Stichheiler – Das Richtige für Freibäder?

In einer der Facebookgruppen für Schwimmmeister und Fachangestellte wurde jüngst darüber diskutiert, ob der sogenannte »Stichheiler« in die erste Hilfe Ausstattung eines Hallen- oder Freibades gehört. Auf meiner privaten Blogseite habe ich schon vor über einem Jahr kurz über den Stichheiler berichtet.
Die Frage, die in den Facebookgruppen rege diskutiert wurde, war, ob man den Stichheiler bei Insektenstichen an einem Badegast anwenden darf. Bevor wir uns dieser Frage genauer widmen, zunächst etwas zur Funktionsweise des Sticks.
Es handelt sich dabei um ein Medizinprodukt, jedoch nicht um ein Medikament. Das Wirkprinzip ist relativ einfach. Durch konzentrierte Wärmeeinwirkung auf die Stichstelle wird dafür gesorgt, dass der Juckreiz aufhört. Der Hersteller selbst schreibt auf seiner Seite, dass durch die konzentrierte Wärmeeinwirkung verschiedene Signalwege und somit Immun- und Entzündungsreaktion beeinflusst werden. Andernorts kann man lesen, dass durch die Wärmeeinwirkung die von den Insekten in die Wunde eingebrachte gerinnungshemmenden Stoffe durch die Wärmeeinwirkung so verändert werden, dass kein Juckreiz mehr entsteht.
Und nun kommen wir zum Haken an der ganzen Geschichte, um diesen Effekt zu erreichen, ist es notwendig, dass die Spitze des Stichheilers auf etwas über 50° erhitzt wird, und diese Temperatur dann über drei bzw. sechs Sekunden gehalten wird. Auch wenn man davon ausgeht, dass der Kaffee, den wir morgens trinken, üblicherweise wärmer als 50° ist, empfinden dennoch viele Menschen diese Hitze als unangenehm, ja sogar schmerzhaft. Wer jedoch diese 6 Sekunden durchhält, wird mit ziemlicher Sicherheit keinen Juckreiz mehr verspüren. Ich selbst habe den Stichheiler nun im zweiten Jahr getestet, und kann sagen, dass ich seitdem nie wieder juckende Mückenstiche verspürt habe. In der Regel reicht eine einmalige Anwendung aus, und der Juckreiz ist völlig verschwunden.
An dieser Stelle stellt man sich nur die Frage, warum es überhaupt Diskussion darüber gibt, ob der Stichheiler in Freibädern eingesetzt werden sollte. Die Antwort darauf ist ziemlich einfach: Die Tatsache, einem fremden Menschen eine zwar kleine, aber über 50° heiße Keramikplatte auf die Haut zu drücken, grenzt im Prinzip schon an Körperverletzung. Deswegen gibt der Hersteller auf seiner Seite auch an, dass der Stichheiler ausschließlich zur Selbstanwendung gedacht ist.
Darüber hinaus ist der Stichheiler, auch wenn es für Kinder extra die Drei-Sekunden- Schaltung gibt, nicht für Kinder unter dem zwölften Lebensjahr geeignet. Ansonsten ist er aber universal anwendbar. Weder für Schwangere noch für Allergiker besteht demnach ein Risiko, anders als es zum Beispiel bei der Anwendung von diversen Medikamenten für Mückenstiche angezeigt ist.
Während also Medikamente, selbst dann wenn sie zur Selbstanwendung vorgehalten werden, in einem Notfallrucksack nicht zu suchen haben, kann der Stichheiler durchaus als eine besondere Serviceleistung gesehen werden. Kinder unter zwölf Jahren sollten jedoch damit nicht behandelt werden und auch Kinder über zwölf Jahren und Erwachsene sollten ausschließlich zur Selbstanwendung Gebrauch vom Stichheiler machen.
Kaufen kann man den Stichheiler für rund 25 € entweder direkt beim Hersteller, in Apotheken, bei der DLRG Materialstelle und im Rahmen von Sonderaktionen zum Beispiel auch bei Rossmann.

Habt ihr schon Erfahrungen mit diesem Produkt gemacht? Ich bin gespannt auf eure Reaktion.

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Autor: Heiko Reckert

Journalist Autor Dozent in der Erwachsenenbildung

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